Treppenlift vs. Aufzug 2026: Kosten, Vor- & Nachteile
Treppenlift oder Aufzug — wann welche Lösung?
Die Treppe wird zum Hindernis, und die Frage steht im Raum: Treppenlift oder Aufzug? Beide Lösungen haben ihre Berechtigung — aber die richtige Wahl hängt von Ihrer konkreten Situation ab. Dieser Ratgeber vergleicht alle Typen, Kosten und Förderungen, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Die wichtigste Faustregel vorweg:
- Treppenlift: Schnell, günstig, ideal für eine Etage und wenn Sie noch sitzen oder stehen können
- Aufzug/Homelift: Zukunftssicher, rollstuhlgeeignet, lohnt sich ab zwei Etagen oder bei progressiven Erkrankungen
Ob die günstigere oder die langfristigere Lösung für Sie die richtige ist, hängt von fünf Faktoren ab: Ihrer Mobilität, der Treppengeometrie, der Etagenanzahl, dem Budget und der Eigentumsform. All das klären wir in diesem Artikel.
Treppenlift-Typen im Detail
Sitzlift — der Klassiker
Der Sitzlift ist der häufigste Treppenlift in deutschen Privathaushalten. Sie setzen sich auf einen gepolsterten Sitz und fahren an einer Schiene die Treppe hinauf oder hinunter. Armlehne, Sitz und Fußstütze klappen bei Nichtbenutzung hoch, damit die Treppe begehbar bleibt.
Geeignet für: Personen mit Gehbehinderung, die noch selbständig sitzen und aufstehen können. Nicht für Rollstuhlfahrer.
Einbaudauer: 2 bis 4 Stunden (gerade Treppe), 1 bis 2 Tage (kurvige Treppe)
Plattformlift — die Rollstuhl-Lösung auf der Treppe
Der Plattformlift funktioniert wie ein Sitzlift, trägt aber anstelle eines Sitzes eine befahrbare Plattform. Der Rollstuhl fährt direkt auf die Plattform und wird die Treppe hinauftransportiert.
Geeignet für: Rollstuhlfahrer, schwere Gehbehinderungen, wenn ein Homelift nicht möglich oder zu teuer ist.
Platzbedarf: Mindestens 90 bis 100 cm Treppenbreite. Die Plattform misst typischerweise 70 x 90 cm.
Stehlift — die Nischenlösung
Der Stehlift ist für Personen konzipiert, die nicht sitzen können oder wollen — etwa bei schweren Hüft- oder Knieproblemen. Die Person steht auf einer kleinen Plattform und hält sich fest. Stehlift-Modelle sind seltener und werden von weniger Herstellern angeboten.
Kosten aller Treppenlift-Typen
| Treppenlift-Typ | Preisspanne (inkl. Einbau) | Durchschnittspreis |
|---|---|---|
| Sitzlift, gerade Treppe | 3.800 – 9.800 Euro | 6.500 Euro |
| Sitzlift, kurvige Treppe | 8.000 – 17.000 Euro | 12.000 Euro |
| Sitzlift, Außentreppe | 4.500 – 8.500 Euro | 6.500 Euro |
| Stehlift, gerade Treppe | ab 4.000 Euro | 5.500 Euro |
| Plattformlift, gerade | 9.000 – 15.000 Euro | 12.000 Euro |
| Plattformlift, kurvig | 12.000 – 25.000 Euro | 18.000 Euro |
Was den Preis treibt: Bei geraden Treppen ist die Schiene ein Standardteil. Kurvige Treppen, Wendeltreppen und Treppen mit Podest erfordern maßgefertigte Schienen — das kann den Preis verdoppeln.
Aufzug-Typen im Detail
Homelift / Senkrechtlift — der kompakte Hausaufzug
Der Homelift ist ein senkrecht fahrender Aufzug mit eigenem Glas- oder Aluschacht, der ins Haus gestellt wird. Er benötigt einen Deckendurchbruch, aber keinen gemauerten Schacht. Moderne Homelifte brauchen keine Grube und stehen frei auf dem Boden.
Geeignet für: Eigenheimbesitzer, Rollstuhlfahrer, mehrere Etagen, langfristige Barrierefreiheit.
Platzbedarf: Ab 0,87 Quadratmeter Grundfläche (Stiltz Duo). Die meisten Modelle benötigen etwa 1 bis 1,5 Quadratmeter.
Einbaudauer: 1 bis 5 Tage. Deutlich weniger Aufwand als ein klassischer Schachtaufzug.
Baugenehmigung: In der Regel nicht nötig, solange kein baulicher Eingriff in tragende Strukturen erfolgt. Bundeslandabhängig prüfen.
Schachtaufzug — der klassische Personenaufzug
Ein konventioneller Aufzug im gemauerten oder gegossenen Schacht. Diese Lösung ist vor allem bei Neubauten oder Mehrfamilienhäusern üblich. Der nachträgliche Einbau in ein Bestandsgebäude ist aufwändig: Schachtbau, Brandschutz, Grube und Statiker sind erforderlich.
Baugenehmigung: Fast immer erforderlich.
Geeignet für: Neubauten, Mehrfamilienhäuser, wenn ohnehin größere Umbauten geplant sind.
Außenaufzug — wenn innen kein Platz ist
Ein Aufzug an der Außenfassade des Gebäudes mit eigenem Schacht und Witterungsschutz. Er spart Wohnfläche und ist eine Option für Altbauten, in denen weder Treppenlift noch Innenlift möglich sind.
Baugenehmigung: Immer erforderlich. Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten zusätzliche Auflagen.
Hublift — für geringe Höhenunterschiede
Der Hublift ist ein senkrecht fahrender Plattformlift für kurze Distanzen: Hauseingänge mit Stufen, Terrassen oder geringe Höhenunterschiede bis maximal 3 Meter. Er ist deutlich günstiger als ein Homelift, überbrückt aber keine ganzen Etagen.
Kosten aller Aufzug-Typen
| Aufzug-Typ | Preisspanne (inkl. Einbau) | Durchschnittspreis |
|---|---|---|
| Hublift (bis 1,79 m) | 5.700 – 15.000 Euro | 10.000 Euro |
| Hublift (bis 3,00 m) | ab 17.500 Euro | 20.000 Euro |
| Homelift im Glasschacht | 22.000 – 35.000 Euro | 28.000 Euro |
| Homelift mit Schachtbau | 35.000 – 50.000 Euro | 42.000 Euro |
| Schachtaufzug nachträglich (1 Etage) | 25.000 – 55.000 Euro | 38.000 Euro |
| Außenaufzug | 30.000 – 50.000 Euro | 40.000 Euro |
Nebenkosten nicht vergessen:
- Deckendurchbruch: 2.000 bis 4.000 Euro
- Stromanschluss (separater Stromkreis): ca. 500 Euro
- Baugenehmigung (falls nötig): 500 bis 1.000 Euro
- Statikprüfung: 500 bis 2.000 Euro
Der große Vergleich: Treppenlift vs. Aufzug
| Kriterium | Treppenlift | Aufzug / Homelift |
|---|---|---|
| Einstiegspreis | ab 3.800 Euro | ab 5.700 Euro (Hublift) / ab 22.000 Euro (Homelift) |
| Einbaudauer | 2 Stunden bis 2 Tage | 1 bis 5 Tage (Homelift), Wochen (Schachtaufzug) |
| Rollstuhlgeeignet | Nur Plattformlift (ab 9.000 Euro) | Ja, alle Typen |
| Etagen | 1 Etage optimal, ab 2 unwirtschaftlich | Alle Etagen mit einer Anlage |
| Platzbedarf Treppe | Mind. 70 cm Breite (Sitzlift) | Kein Treppenhausplatz nötig |
| Baugenehmigung | Nein (Privatwohnung) | Oft nicht (Homelift), immer (Schacht-/Außenaufzug) |
| Rückbau | Einfach, 400 – 600 Euro | Aufwändig, 3.000 – 10.000 Euro |
| Stromkosten/Jahr | 15 – 20 Euro | 100 – 350 Euro |
| Wartungskosten/Jahr | 150 – 300 Euro | 500 – 1.500 Euro |
| Immobilienwert | Kein Effekt | Steigerung um ca. 50 % der Investition |
| Zukunftssicherheit | Gering (Sitzlift nicht für Rollstuhl) | Hoch (alle Mobilitätsstufen) |
| Nutzung durch andere | Nur durch die Person selbst | Gegenstände, Haustiere, Besucher |
| Mietwohnung | Gut geeignet (einfacher Rückbau) | Schwieriger (Deckendurchbruch, hohe Rückbaukosten) |
Kosten-Vergleich 2026: Total Cost of Ownership über 10 Jahre
Der Anschaffungspreis allein sagt wenig aus. Entscheidend sind die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer, inklusive Wartung, Strom und eventuellem Rückbau.
| Lösung | Anschaffung | Betrieb 10 Jahre | Rückbau | Gesamtkosten 10 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Sitzlift, gerade | 6.500 Euro | 4.000 Euro | 1.000 Euro | 11.500 Euro |
| Sitzlift, kurvig | 12.000 Euro | 4.000 Euro | 1.000 Euro | 17.000 Euro |
| Plattformlift, gerade | 12.000 Euro | 5.000 Euro | 1.500 Euro | 18.500 Euro |
| Homelift (Glasschacht) | 28.000 Euro | 12.000 Euro | 4.000 Euro | 44.000 Euro |
| Homelift (mit Schachtbau) | 42.000 Euro | 12.000 Euro | 6.000 Euro | 60.000 Euro |
| Außenaufzug | 40.000 Euro | 15.000 Euro | 5.000 Euro | 60.000 Euro |
Wichtig für Eigentümer: Der Rückbau entfällt bei Eigenheimen in der Regel. Zusätzlich steigert ein Homelift den Immobilienwert um geschätzt 50 Prozent und mehr der Investitionskosten. Dadurch sinkt der effektive TCO eines Homelifts deutlich.
Wo sich die Preisschere schließt: Bei zwei oder mehr Etagen multiplizieren sich die Treppenlift-Kosten pro Treppenlauf — ein Aufzug bedient alle Etagen mit einer einzigen Anlage. Ab zwei Etagen lohnt sich der Kostenvergleich besonders genau.
Laufende Kosten im Detail
| Kostenart | Treppenlift pro Jahr | Homelift pro Jahr |
|---|---|---|
| Strom | 15 – 20 Euro | 100 – 350 Euro |
| Wartung | 150 – 300 Euro | 500 – 1.500 Euro |
| Reparaturrücklage | 100 – 200 Euro | 300 – 800 Euro |
| TÜV-Prüfung | entfällt | 200 – 600 Euro (bei gewerblicher Nutzung) |
| Gesamt pro Jahr | 270 – 520 Euro | 900 – 3.250 Euro |
Private Wohnaufzüge (kein öffentlicher Zugang) unterliegen nicht der obligatorischen TÜV-Prüfung nach Betriebssicherheitsverordnung. Eine jährliche Wartung durch einen qualifizierten Techniker ist dennoch dringend empfohlen und vertraglich meist gefordert.
Förderung: Was Treppenlift und Aufzug gemeinsam bekommen
Die gute Nachricht: Die wichtigsten Förderprogramme gelten für beide Lösungen gleichermaßen. Es gibt keinen Fördervorteil für den Treppenlift gegenüber dem Aufzug oder umgekehrt.
Pflegekasse: bis 4.180 Euro (bei Pflegegrad)
Der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach Paragraf 40 SGB XI beträgt bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme und Person. Bei mehreren pflegebedürftigen Personen im Haushalt sind bis zu 4 x 4.180 Euro (16.720 Euro) möglich.
- Gilt für: Treppenlifte und Hausaufzüge gleichermaßen
- Voraussetzung: Pflegegrad 1 bis 5
- Wichtig: Antrag vor Maßnahmenbeginn bei der Pflegekasse stellen
Mehr dazu in unserem Ratgeber zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.
KfW 159: Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 Euro (aktiv)
Das KfW-Programm 159 "Altersgerecht Umbauen" bietet einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Der Zinssatz liegt unter Marktniveau (ca. 2,45 Prozent, Stand 2026). Der Kredit muss zurückgezahlt werden — es handelt sich nicht um einen Zuschuss.
- Gilt für: Treppenlifte und Hausaufzüge
- Antrag: Vor Baubeginn über die Hausbank stellen
KfW 455-B: Investitionszuschuss — eingestellt
Das Zuschussprogramm KfW 455-B (bis zu 6.250 Euro, 10 Prozent der förderfähigen Kosten) ist seit dem 1. Januar 2025 eingestellt. Eine Reaktivierung wird für 2026 erwartet, ist aber Stand Februar 2026 noch nicht erfolgt. Planen Sie aktuell nicht mit diesem Zuschuss.
Steuerliche Absetzbarkeit
Unabhängig von Pflegegrad und KfW können Sie die Handwerkerkosten steuerlich geltend machen:
- Handwerkerleistungen (Paragraf 35a EStG): 20 Prozent der Lohnkosten absetzbar, maximal 1.200 Euro pro Jahr
- Außergewöhnliche Belastungen (Paragraf 33 EStG): Möglich bei ärztlich attestierter medizinischer Notwendigkeit (abzüglich zumutbarer Eigenbelastung)
Landesförderung
Mehrere Bundesländer bieten eigene Zuschüsse für barrierefreie Umbauten, die sowohl Treppenlifte als auch Aufzüge einschließen. Details finden Sie auf unserer Förderungs-Übersicht nach Bundesland.
Kombination von Fördermitteln
- Pflegekasse + KfW 159: Kombinierbar
- Pflegekasse + Landesförderung: Kombinierbar
- KfW 159 + Landesförderung: Bundeslandabhängig, oft kombinierbar
Rechenbeispiel: Sitzlift mit Förderung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Sitzlift, gerade Treppe | 6.500 Euro |
| Pflegekasse (Pflegegrad vorhanden) | – 4.180 Euro |
| Steuer (20 % auf geschätzte 2.000 Euro Lohn) | – 400 Euro |
| Eigenanteil | 1.920 Euro |
Rechenbeispiel: Homelift mit Förderung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Homelift im Glasschacht | 28.000 Euro |
| Pflegekasse (Pflegegrad vorhanden) | – 4.180 Euro |
| KfW 159 Kredit (bis 50.000 Euro, zinsgünstig) | Finanzierung der Restkosten |
| Steuer (20 % auf geschätzte 5.000 Euro Lohn) | – 1.000 Euro |
| Eigenanteil (ohne KfW-Kredit) | 22.820 Euro |
Einbau-Voraussetzungen
Treppenlift: unkompliziert
- Strom: Normale 230-Volt-Steckdose genügt. Viele Modelle laufen auf Akku und laden an der Haltestation — Notstrom bei Stromausfall inklusive
- Statik: Schiene wird an den Treppenstufen befestigt, nicht an der Wand. Kein Statiker nötig
- Platzbedarf: Mindestbreite der Treppe: 70 cm (Sitzlift), 90 bis 100 cm (Plattformlift). Im eingeklappten Zustand ragt der Lift maximal 20 cm in die Treppe
- Baugenehmigung: Nicht erforderlich in Privatwohnungen
Homelift: überschaubar
- Strom: 230 Volt oder 400 Volt je nach Modell. Separater gesicherter Stromkreis empfohlen (ca. 500 Euro Installationskosten)
- Statik: Der Lift steht auf dem Boden, keine Wandverankerung nötig. Aber: Deckendurchbruch erfordert eine statische Prüfung des Deckenbereichs
- Platzbedarf: Ab 0,87 Quadratmeter Grundfläche. Deckendurchbruch ca. 60 mm Einlass
- Baugenehmigung: Schachtloser Innen-Homelift oft genehmigungsfrei. Bundeslandabhängig prüfen
Schachtaufzug: aufwändig
- Bauliche Maßnahmen: Eigener Schacht (Beton, Glas oder Stahl), Brandschutz, Grube (15 bis 100 cm)
- Statik: Statiker und ggf. Architekt erforderlich
- Baugenehmigung: Fast immer erforderlich
- Zusatzkosten bauliche Maßnahmen: 4.000 bis 20.000 Euro zusätzlich zu den Aufzugskosten
Mieter-Rechte: Paragraf 554 BGB
Seit der Mietrechtsreform gilt: Mieter haben das Recht auf bauliche Veränderungen, die der Barrierefreiheit dienen. Der Vermieter kann die Zustimmung nur aus erheblichem Grund verweigern.
Wichtig: Paragraf 554 BGB unterscheidet nicht nach der Art der Maßnahme. Ob Treppenlift oder Homelift — entscheidend ist der Zweck (Barrierefreiheit) und die Zumutbarkeit für den Vermieter.
Was Sie als Mieter beachten müssen
- Berechtigtes Interesse nachweisen: Pflegegrad, ärztliches Attest oder Behinderungsnachweis
- Schriftlicher Antrag mit technischem Angebot, Einbauplan und Statikangaben
- Rückbauverpflichtung schriftlich zusichern
- Haftpflichtversicherung für den Umbau vorweisen
Der Vermieter darf eine angemessene Sicherheitsleistung (Kaution) für die Rückbaukosten verlangen. Hier liegt der praktische Unterschied:
| Treppenlift | Homelift | |
|---|---|---|
| Rückbaukosten | 600 – 1.500 Euro | 3.000 – 10.000 Euro |
| Sicherheitsleistung | Gering | Deutlich höher |
| Vermieter-Akzeptanz | In der Regel unproblematisch | Schwieriger (Deckendurchbruch) |
Angemessene Frist: Geben Sie dem Vermieter 4 bis 6 Wochen für die Entscheidung. Es gibt kein Recht auf sofortige Genehmigung.
Normen und Vorschriften
Für Treppenlifte
- DIN EN 81-40: Die zentrale Norm für Treppenschrägaufzüge. Regelt Sicherheitsanforderungen für Bau, Einbau, Wartung und Demontage. Gilt für Sitzlifte, Stehlifte und Plattformlifte auf geneigter Schiene. CE-Kennzeichnung Pflicht
- DIN 18065: Regelt Mindestlaufbreiten von Gebäudetreppen. Ein Treppenlift darf diese Breite nicht dauerhaft unterschreiten. Im eingeklappten Zustand maximal 20 cm in die Treppe ragend
- ISO 9386-2: Ergänzende Vorgaben für kraftbetriebene Treppenlifte
Für Aufzüge und Homelifte
- DIN EN 81-41 (aktualisiert Juli 2025): Gilt für senkrechte Plattformaufzüge für mobilitätseingeschränkte Personen. Hubhöhe bis 4 Meter, Geschwindigkeit bis 0,15 m/s. Kein Grubenerfordernis
- Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU: Gilt für Aufzüge mit Förderhöhe über 3 Meter. Bei Homeliften unter 3 Meter greift die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Prüfpflicht durch zugelassene Überwachungsstelle alle 2 Jahre für gewerbliche Anlagen. Private Wohnaufzüge sind davon ausgenommen
Wertsteigerung der Immobilie
Hier zeigt sich ein strategischer Unterschied, der in vielen Vergleichen übersehen wird:
Treppenlift: Kein messbarer Effekt auf den Immobilienwert. Bei einem Verkauf wird der Treppenlift meist demontiert — er gilt als persönliche Ausstattung, nicht als Gebäudeaufwertung.
Homelift/Hausaufzug: Steigert den Immobilienwert um geschätzt 50 Prozent und mehr der Investition. Ein Homelift wird als dauerhafte Komfortausstattung wahrgenommen und macht die Immobilie für eine breitere Käufergruppe attraktiv — nicht nur für Menschen mit Einschränkungen, sondern auch für Familien und komfortorientierte Käufer.
Rechenbeispiel Immobilienwert: Ein Homelift für 28.000 Euro kann den Immobilienwert um 14.000 Euro oder mehr steigern. Der effektive Netto-Aufwand sinkt damit auf rund 14.000 Euro — und liegt damit deutlich näher am Treppenlift-Preis als gedacht.
Zukunftssicherheit: Progressive Erkrankungen
Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson oder ALS ist die Wahl zwischen Treppenlift und Aufzug besonders folgenreich. Denn die heutige Entscheidung bestimmt die Optionen von morgen.
Das Problem mit dem Treppenlift bei Progression:
- Ein Sitzlift wird nutzlos, sobald die Person auf den Rollstuhl angewiesen ist
- Ein Plattformlift als Zwischenlösung bedeutet: doppelte Investition und doppelter Umbau
- In der Mietwohnung: doppelter Rückbau
Der Homelift als Einmal-Lösung:
Ein Homelift bedient alle Stadien der Mobilitätseinschränkung — von der Gehbehinderung über den Rollator bis zum Rollstuhl. Kein Umrüstbedarf bei Verschlechterung. Begleitpersonen können mitfahren.
Empfehlung: Wenn eine progressive Erkrankung diagnostiziert ist und eine Verschlechterung wahrscheinlich, sollten Sie trotz höherer Anfangskosten direkt zum Homelift greifen. Besonders wenn Sie Eigentümer sind und die Förderung über KfW 159 nutzen können.
Entscheidungshilfe: 5 Fragen, die Sie sich stellen sollten
1. Wie viele Etagen müssen Sie überwinden?
- Eine Etage, gerade Treppe: Treppenlift ist die wirtschaftlichste Lösung
- Zwei oder mehr Etagen: Ein Aufzug bedient alle Etagen mit einer Anlage. Bei zwei Treppenläufen multiplizieren sich die Treppenlift-Kosten
2. Nutzen Sie einen Rollstuhl oder werden Sie absehbar einen benötigen?
- Nein, stabile Gehfähigkeit: Sitzlift reicht aus
- Ja oder wahrscheinlich: Homelift oder Plattformlift. Bei progressiver Erkrankung: direkt Homelift
3. Sind Sie Eigentümer oder Mieter?
- Eigentümer: Beide Optionen möglich. Homelift steigert den Immobilienwert
- Mieter: Treppenlift ist einfacher (geringere Rückbaukosten, höhere Vermieter-Akzeptanz). Homelift möglich, aber hohe Sicherheitsleistung
4. Wie hoch ist Ihr Budget?
- Unter 10.000 Euro: Sitzlift (gerade Treppe) oder Hublift (geringe Höhe)
- 10.000 bis 20.000 Euro: Sitzlift (kurvig), Plattformlift oder Hublift
- Über 20.000 Euro: Homelift wird realistisch, besonders mit KfW 159
5. Wie schnell brauchen Sie die Lösung?
- Sofort (innerhalb einer Woche): Sitzlift für gerade Treppen — Lieferzeit ca. 1 Woche, Einbau in Stunden
- In 4 bis 8 Wochen: Sitzlift für kurvige Treppen (maßgefertigte Schiene)
- In 1 bis 3 Monaten: Homelift (Planung, Lieferung, Einbau)
- Mehrere Monate: Schachtaufzug oder Außenaufzug (Baugenehmigung, Schachtbau)
Fazit: Es gibt keine pauschale Antwort
Treppenlift und Aufzug sind keine Konkurrenten — sie lösen unterschiedliche Probleme.
Wählen Sie den Treppenlift, wenn Sie eine schnelle, günstige Lösung für eine Etage brauchen, noch sitzen und stehen können und keine progressive Erkrankung vorliegt. Besonders für Mieter ist der einfache Rückbau ein starkes Argument.
Wählen Sie den Homelift, wenn Sie Eigentümer sind, mehrere Etagen überwinden müssen, bereits im Rollstuhl sitzen oder eine progressive Erkrankung vorliegt. Die höheren Anfangskosten relativieren sich durch Immobilienwertsteigerung, niedrigere Kosten ab der zweiten Etage und langfristige Nutzbarkeit.
In beiden Fällen gilt: Holen Sie mindestens drei Angebote von spezialisierten Fachbetrieben ein und beantragen Sie die Förderung vor Baubeginn.
Nächste Schritte
- Prüfen Sie mit unserer Förderungs-Übersicht, welche Zuschüsse Ihnen zustehen
- Lesen Sie unseren ausführlichen Treppenlift-Ratgeber für Details zu einzelnen Treppenlift-Typen
- Finden Sie spezialisierte Fachbetriebe in Ihrer Nähe und holen Sie Vergleichsangebote ein
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