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Umbau & Planung

Barrierefreie Rampe: Typen, Maße, Kosten & Förderung 2026

21. Februar 202615 Min. Lesezeit

Warum eine Rampe oft die wichtigste Maßnahme ist

Eine einzige Stufe am Hauseingang kann den Unterschied machen zwischen Selbstständigkeit und Abhängigkeit. Für Rollstuhlfahrer ist sie ein unüberwindbares Hindernis. Für Menschen mit Rollator eine tägliche Sturzgefahr. Und für Eltern mit Kinderwagen eine unnötige Hürde.

Eine barrierefreie Rampe löst dieses Problem — dauerhaft, sicher und oft überraschend günstig. Schwellenrampen gibt es ab 30 Euro, mobile Rampen ab 150 Euro. Und mit Pflegekasse oder KfW-Förderung kann selbst eine fest eingebaute Rampe am Hauseingang komplett bezuschusst werden.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Rampentypen es gibt, welche Maße die DIN 18040 vorschreibt, was die verschiedenen Lösungen kosten — und welche Förderung Sie nutzen können.

Welche Rampe brauchen Sie? 6 Typen im Vergleich

1. Schwellenrampe (Türschwellenrampe)

Für kleine Höhenunterschiede von 1 bis 6 cm — zum Beispiel an Balkon- und Terrassentüren, Zimmerschwellen oder flachen Hauseingangsstufen.

Material: Aluminium, Gummi oder Kunststoff Montage: Aufsetzen oder verschrauben, kein Handwerker nötig Kosten: 30 – 200 Euro Geeignet für: Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen

Schwellenrampen sind die einfachste und günstigste Lösung. Sie werden einfach vor die Schwelle gelegt oder geschraubt. Gummi-Schwellenrampen sind flexibel und passen sich dem Boden an. Aluminium-Varianten sind stabiler und langlebiger.

2. Keilbrücke / Keilrampe

Für Höhenunterschiede von 5 bis 20 cm — zum Beispiel eine einzelne Stufe an der Terrasse oder am Hauseingang.

Material: Aluminium Montage: Auflegen, keine Befestigung nötig Kosten: 100 – 400 Euro Geeignet für: Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen

Keilbrücken sind breite, flache Rampen aus einem Stück. Sie überbrücken eine Stufe und werden einfach aufgelegt. Für den Außenbereich gibt es Modelle mit rutschfester Oberfläche und Abtropflöchern.

3. Klapprampe (faltbar/tragbar)

Für unterwegs und flexible Nutzung — überbrückt 10 bis 40 cm Höhenunterschied.

Material: Aluminium, oft zweiteilig faltbar Montage: Aufklappen und anlegen Kosten: 150 – 600 Euro Geeignet für: Rollstuhl (auch Elektrorollstuhl), bedingt Rollator Tragkraft: Je nach Modell 150 – 300 kg

Klapprampen sind ideal, wenn die Rampe nicht dauerhaft liegen soll — etwa als Zugang zu Arztpraxen, Geschäften oder beim Besuch bei Freunden. Sie passen zusammengeklappt in den Kofferraum.

Als Hilfsmittel verordnungsfähig: Mobile Rampen können vom Arzt verordnet werden (Hilfsmittelgruppe 22.50.01). Die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten.

4. Teleskoprampe / Auffahrschiene

Für Treppen mit 2 bis 5 Stufen — zwei parallele Schienen, auf denen der Rollstuhl fährt.

Material: Aluminium, teleskopisch ausziehbar Montage: Anlegen, keine Befestigung Kosten: 200 – 800 Euro Geeignet für: Rollstuhl (nur mit Begleitperson!) Tragkraft: 150 – 300 kg

Wichtig: Teleskoprampen bestehen aus zwei einzelnen Schienen. Sie sind nur mit einer Begleitperson sicher nutzbar, die den Rollstuhl von hinten führt. Für selbstständige Nutzung sind sie nicht geeignet — dafür brauchen Sie eine durchgängige Rampe oder ein modulares System.

5. Modulares Rampensystem

Für dauerhafte Installationen am Hauseingang — überbrückt Höhen von 20 cm bis über 1 Meter.

Material: Aluminium oder Stahl, verzinkt Montage: Verschraubt, mit Stützen und Podesten, durch Fachbetrieb Kosten: 2.000 – 8.000 Euro (je nach Länge und Konfiguration) Geeignet für: Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, Gehhilfen

Modulare Systeme bestehen aus standardisierten Elementen: geraden Segmenten, Kurven, Podesten und Geländern. Sie werden am Gebäude montiert und können bei Umzug wieder abgebaut und mitgenommen werden. Das macht sie günstiger als Betonrampen und flexibler.

Vorteil: Meist keine Baugenehmigung nötig (da rückbaubar und nicht fest mit dem Gebäude verbunden — im Einzelfall bei der Gemeinde prüfen).

6. Fest eingebaute Rampe (Beton/Mauerwerk)

Für dauerhafte Lösungen bei größeren Höhenunterschieden — zum Beispiel 3 bis 5 Stufen am Hauseingang.

Material: Beton, Naturstein, Stahl Montage: Bauwerk, durch Fachbetrieb Kosten: 5.000 – 15.000 Euro Geeignet für: Alle Nutzer

Fest eingebaute Rampen sind die langlebigste Lösung, aber auch die teuerste und aufwendigste. Sie sind optisch am besten in die Architektur integrierbar, aber nicht rückbaubar. In vielen Fällen ist ein modulares Rampensystem die bessere Wahl — günstiger, schneller installiert und flexibler.

Baugenehmigung: Bei fest eingebauten Rampen im Außenbereich oft erforderlich. Fragen Sie vor der Planung bei Ihrem Bauamt nach.

Alle Maße nach DIN 18040

Die DIN 18040-1 (öffentliche Gebäude) definiert die Anforderungen an barrierefreie Rampen. Im privaten Wohnbau (DIN 18040-2) gelten diese als Orientierung.

Steigung: Maximal 6 %

Die maximal zulässige Steigung beträgt 6 % — das bedeutet: 6 cm Höhenunterschied auf 100 cm Länge. Eine Rampe für eine 18 cm hohe Stufe muss also mindestens 3 Meter lang sein.

HöhenunterschiedRampenlänge bei 6 %Rampenlänge bei 10 % (Privat)
5 cm83 cm50 cm
10 cm1,67 m1,00 m
15 cm2,50 m1,50 m
20 cm3,33 m2,00 m
30 cm5,00 m3,00 m
50 cm8,33 m5,00 m
72 cm (max. 2 Läufe)12,00 m7,20 m

Im Privatbereich sind bis zu 10 % Steigung technisch möglich, aber ab 8 % wird das Fahren mit dem Rollstuhl anstrengend und das Bremsen beim Herunterfahren schwierig. Planen Sie nach Möglichkeit mit maximal 6 %.

Querneigung: 0 %. Keine seitliche Neigung — sonst rollt der Rollstuhl zur Seite ab.

Breite: Mindestens 120 cm

Die nutzbare Breite (zwischen den Radabweisern) muss mindestens 120 cm betragen. Das reicht für einen Rollstuhl mit Begleitperson. Für Begegnungsverkehr (z. B. in öffentlichen Gebäuden) sind 180 cm vorgeschrieben.

Im Privatbereich reichen 100 cm nutzbare Breite — aber 120 cm sollten es sein, wenn eine Begleitperson neben dem Rollstuhl gehen soll.

Maximale Rampenlänge: 6 Meter pro Lauf

Ein einzelner Rampenlauf darf maximal 600 cm lang sein (DIN 18040-1). Danach muss ein Zwischenpodest eingebaut werden, auf dem man anhalten und ruhen kann.

Bei einer Breite von 150 cm oder mehr sind bis zu 10 Meter je Rampenlauf zulässig.

Podeste (Ruheflächen)

PositionMindestgröße
Am Anfang der Rampe150 × 150 cm
Am Ende der Rampe150 × 150 cm
Zwischenpodest (bei langen Rampen)150 × 150 cm
Wendepodest (bei Richtungswechsel)150 × 150 cm

Podeste müssen eben sein (keine Steigung) und groß genug, damit ein Rollstuhl darauf drehen kann. Das Podest am oberen Ende muss so positioniert sein, dass die Tür geöffnet werden kann, ohne dass der Rollstuhlfahrer auf der Rampe steht.

Handläufe

KriteriumMaß
Höhe85 – 90 cm (Oberkante)
Durchmesser3,0 – 4,5 cm (rund oder oval)
PositionBeidseitig
Überstand30 cm über Rampenanfang und -ende hinaus
GriffsicherDurchgängig, ohne Unterbrechung

Handläufe sind ab einer Rampenhöhe von 6 cm Pflicht (DIN 18040-1). Im Privatbereich empfehlen wir Handläufe ab einer Rampenlänge von 1 Meter — auch wenn keine Pflicht besteht.

Radabweiser (Aufkantung)

An beiden Seiten der Rampe muss eine Aufkantung von mindestens 10 cm Höhe vorhanden sein. Sie verhindert, dass Rollstuhlräder seitlich von der Rampe abrutschen.

Oberfläche

Die Rampenoberfläche muss rutschfest sein — auch bei Nässe. Im Außenbereich besonders wichtig:

  • Aluminium: Riffelblech oder aufgeraute Oberfläche
  • Beton: Besenstrich-Oberfläche oder rutschfeste Beschichtung
  • Keine glatten Fliesen oder polierter Stein

Wo werden Rampen am häufigsten gebraucht?

Hauseingang

Die häufigste Situation: 1 bis 5 Stufen vor der Haustür. Je nach Höhe kommen in Frage:

  • 1 Stufe (bis 18 cm): Keilbrücke oder fest eingebaute Kurzrampe
  • 2-3 Stufen (bis 50 cm): Modulares Rampensystem
  • 4-5 Stufen (bis 90 cm): Modulares System mit Wendung oder fest eingebaute Rampe

Terrasse und Balkon

Die Schwelle zwischen Wohnraum und Terrasse oder Balkon ist oft 3 bis 8 cm hoch. Eine Schwellenrampe (30 – 200 Euro) reicht hier meist aus.

Innerhalb der Wohnung

Türschwellen zwischen Zimmern sind mit Gummi-Schwellenrampen (ab 30 Euro) einfach zu überbrücken. Für Stufen innerhalb der Wohnung (z. B. Höhenversatz zwischen Wohnebenen) kommen Kurzrampen oder Plattformlifte in Frage.

Garage und Keller

Der Zugang zur Garage oder zum Kellerabgang ist oft vergessen, aber wichtig — besonders wenn dort Waschmaschine, Lagerraum oder das Auto stehen.

Was kostet eine barrierefreie Rampe?

Übersicht nach Rampentyp

RampentypKostenHöheMontage
Gummi-Schwellenrampe30 – 80 Euro1 – 4 cmSelbst
Alu-Schwellenrampe50 – 200 Euro2 – 8 cmSelbst
Keilbrücke100 – 400 Euro5 – 20 cmSelbst
Klapprampe150 – 600 Euro10 – 40 cmSelbst
Teleskoprampe200 – 800 Euro20 – 80 cmSelbst
Modulares System2.000 – 8.000 Euro20 – 120 cmFachbetrieb
Betonrampe5.000 – 15.000 Euro30 – 150 cmFachbetrieb

Preisbeispiel: 3 Stufen am Hauseingang (ca. 50 cm Höhe)

LösungKostenHaltbarkeit
Teleskoprampe (mit Begleitperson)400 – 600 Euro10+ Jahre
Modulares Rampensystem (selbstständig nutzbar)3.000 – 5.000 Euro20+ Jahre
Betonrampe mit Geländer6.000 – 10.000 Euro30+ Jahre

Was den Preis beeinflusst

  • Höhenunterschied: Mehr Höhe = längere Rampe = mehr Material
  • Richtungswechsel: Kurven und Wendepodeste kosten 500 – 1.500 Euro extra
  • Geländer: Beidseitig Edelstahl-Handläufe ab 100 Euro/Meter
  • Fundament: Bei Betonrampen das teuerste Element (2.000 – 5.000 Euro)
  • Überdachung: Schutz vor Regen und Eis, ab 1.500 Euro

Förderung: Wer zahlt die Rampe?

Pflegekasse: Bis zu 4.180 Euro

Bei anerkanntem Pflegegrad (1 bis 5) können Sie einen Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung nach § 40 Abs. 4 SGB XI beantragen: bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme und Person.

Damit lässt sich ein modulares Rampensystem in vielen Fällen vollständig finanzieren. Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt kann der Zuschuss bis zu 4 × 4.180 Euro = 16.720 Euro betragen.

Voraussetzung: Antrag vor Baubeginn stellen.

KfW-Programm 455-B

Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen" war 2025 pausiert. Für Frühjahr 2026 ist ein Neustart mit 50 Millionen Euro Budget angekündigt:

  • Einzelmaßnahmen: 10 % der Kosten, maximal 2.500 Euro
  • Standard „Altersgerechtes Haus": 12,5 % der Kosten, maximal 6.250 Euro
  • Kein Pflegegrad erforderlich
  • Antrag vor Baubeginn stellen

Alternativ gibt es den KfW-Kredit 159 — ein zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 Euro, das auch 2025/2026 verfügbar ist.

Krankenkasse: Mobile Rampen auf Rezept

Mobile Rampen (Klapprampen, Keilbrücken) sind als Hilfsmittel anerkannt (Produktgruppe 22.50.01). Ihr Arzt kann sie verordnen, die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten.

Voraussetzung: Die Rampe muss mobil und personenbezogen sein. Fest eingebaute Rampen werden nicht von der Krankenkasse übernommen — dafür ist die Pflegekasse zuständig.

Weitere Fördermöglichkeiten

FördergeberVoraussetzungZuschuss
Eingliederungshilfe (SGB IX)Behinderung anerkanntBis zu 100 % der Kosten
BerufsgenossenschaftArbeitsunfall/BerufskrankheitBis zu 100 % der Kosten
IntegrationsamtBerufstätigkeit sichernBis zu 100 % der Kosten
SozialhilfeträgerBedürftigkeitIndividuelle Prüfung
LandesförderprogrammeJe nach BundeslandUnterschiedlich

Kombinationsrechnung

PositionModulares System (50 cm Höhe)
Kosten4.000 Euro
Pflegekasse (bei Pflegegrad)– 4.000 Euro
Eigenanteil0 Euro
PositionBetonrampe mit Geländer
Kosten8.000 Euro
Pflegekasse– 4.180 Euro
KfW 455-B (10 %)– 800 Euro
Eigenanteil3.020 Euro
PositionMobile Klapprampe
Kosten350 Euro
Krankenkasse (auf Rezept)– 350 Euro
Eigenanteil0 Euro

Rampe planen: Schritt für Schritt

Schritt 1: Höhenunterschied messen

Messen Sie den Höhenunterschied exakt — von der Oberkante der unteren Fläche bis zur Oberkante der oberen Fläche. Bei Stufen: alle Stufen zusammen plus die Schwelle oben.

Schritt 2: Rampenlänge berechnen

Faustformel: Höhenunterschied × 16,7 = Rampenlänge bei 6 % Steigung.

Beispiele:

  • 15 cm Höhe → 2,50 m Rampe
  • 30 cm Höhe → 5,00 m Rampe
  • 50 cm Höhe → 8,33 m Rampe (mit Zwischenpodest, da über 6 m)

Schritt 3: Platz prüfen

Passt die berechnete Rampe auf Ihr Grundstück? Wenn nicht:

  • Richtungswechsel einplanen (L-Form oder U-Form spart Platz)
  • Steilere Steigung prüfen (bis 10 % im Privatbereich möglich, aber nur mit Begleitperson empfehlenswert)
  • Alternative prüfen: Bei sehr wenig Platz kann ein Hublift oder Plattformlift die bessere Lösung sein

Schritt 4: Rampentyp wählen

SituationEmpfohlener Typ
Schwelle bis 6 cmSchwellenrampe
Eine Stufe bis 20 cmKeilbrücke
Unterwegs / flexibelKlapprampe
2-4 Stufen, dauerhaftModulares System
4+ Stufen, dauerhaftFest eingebaute Rampe oder Hublift

Schritt 5: Förderung beantragen

  1. Mobile Rampe: Arzt aufsuchen → Verordnung → Krankenkasse
  2. Stationäre Rampe mit Pflegegrad: Formloser Antrag an Pflegekasse + Kostenvoranschlag
  3. Ohne Pflegegrad: KfW 455-B online beantragen (wenn verfügbar) oder KfW 159 Kredit
  4. Immer: Antrag vor Beauftragung des Handwerkers stellen

Schritt 6: Fachbetrieb beauftragen

Für modulare und fest eingebaute Rampen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Achten Sie auf:

  • Einhaltung der DIN 18040 (6 % Steigung, Podeste, Handläufe)
  • Rutschfeste Oberfläche (auch bei Nässe und Frost)
  • Radabweiser / Aufkantung
  • Entwässerung bei Außenrampen

Häufige Fehler bei der Rampenplanung

1. Steigung zu steil

„Passt schon mit 15 %" — nein, passt nicht. Ab 8 % ist das Eigenfahren im Rollstuhl kaum noch möglich. Und beim Herunterfahren wird es gefährlich. Planen Sie mit 6 %, auch wenn die Rampe dann länger wird.

2. Podeste vergessen

Am oberen Ende der Rampe muss genug Platz sein, um die Tür zu öffnen — ohne auf der Schräge zu stehen. Mindestens 150 × 150 cm ebene Fläche vor der Tür.

3. Förderung nachträglich beantragt

Sowohl Pflegekasse als auch KfW fordern: Antrag vor Baubeginn. Wer erst nach dem Einbau den Antrag stellt, geht leer aus. Das ist der häufigste und teuerste Fehler.

4. Oberfläche nicht wetterfest

Aluminium ohne Riffelung wird bei Nässe spiegelglatt. Beton ohne Besenstrich-Oberfläche ebenso. Im Winter kommt Eis dazu. Achten Sie auf rutschfeste Oberflächen und planen Sie bei Außenrampen eine Entwässerung ein.

5. Kein Geländer / keine Handläufe

Auch bei kurzen Rampen geben Handläufe Sicherheit — besonders für gehfähige Personen, die keinen Rollstuhl nutzen, aber unsicher auf den Beinen sind.

Alternativen zur Rampe

Manchmal ist eine Rampe nicht die beste Lösung — etwa wenn der Platz nicht reicht oder die Höhe zu groß ist. Details zu Liftsystemen finden Sie in unserem Treppenlift-Ratgeber und im Vergleich Treppenlift vs. Aufzug.

AlternativeGeeignet fürKostenPlatzbedarf
Hublift (vertikale Plattform)Bis 3 m Höhe5.000 – 15.000 EuroSehr gering (ca. 1,5 × 1,5 m)
Plattformlift (an Treppe)Gerade/kurvige Treppen8.000 – 25.000 EuroEntlang der Treppe
Treppenraupe (mobil)Treppen aller Art3.000 – 8.000 EuroKeiner (mobil)
RampeBis ca. 1 m Höhe100 – 15.000 EuroGroß (lange Schräge)

Faustregel: Bis 50 cm Höhe ist eine Rampe fast immer die günstigste und einfachste Lösung. Ab 50 cm Höhe sollten Sie Rampe und Hublift vergleichen — der Hublift braucht weniger Platz.

Häufige Fragen

Wie steil darf eine barrierefreie Rampe sein?

Maximal 6 % Steigung nach DIN 18040-1 — das sind 6 cm Höhe auf 100 cm Länge. Im privaten Bereich sind bis zu 10 % möglich, aber ab 8 % wird das Fahren im Rollstuhl ohne Begleitperson schwierig.

Wie lang muss eine Rampe für 3 Stufen sein?

Bei 3 Stufen à 18 cm = 54 cm Höhenunterschied. Bei 6 % Steigung: 9 Meter Rampenlänge (mit einem Zwischenpodest bei 6 m). Bei 10 % im Privatbereich: 5,40 Meter.

Was kostet eine Rollstuhlrampe am Hauseingang?

Für eine Stufe (18 cm): 100 – 400 Euro (Keilbrücke). Für 3 Stufen (54 cm): 3.000 – 5.000 Euro (modulares System) oder 6.000 – 10.000 Euro (Betonrampe). Mobile Rampen kosten 150 – 800 Euro.

Zahlt die Pflegekasse eine Rampe?

Ja, bei anerkanntem Pflegegrad bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme (§ 40 SGB XI). Für modulare Rampensysteme bis ca. 4.000 Euro kann die Pflegekasse die gesamten Kosten übernehmen.

Kann ich eine Rollstuhlrampe auf Rezept bekommen?

Ja — mobile Rampen (Klapprampen, Keilbrücken) sind als Hilfsmittel anerkannt (Produktgruppe 22.50.01). Ihr Arzt kann sie verordnen, die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Fest eingebaute Rampen werden nicht auf Rezept erstattet.

Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Rampe?

Für mobile und modulare Rampen in der Regel nicht, da sie rückbaubar sind. Für fest eingebaute Betonrampen im Außenbereich oft schon — fragen Sie bei Ihrem örtlichen Bauamt nach. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde.

Welche Rampe für eine Türschwelle?

Für Türschwellen von 1 bis 6 cm reicht eine einfache Schwellenrampe aus Gummi oder Aluminium (30 – 200 Euro). Sie wird aufgelegt oder verschraubt und kann ohne Handwerker montiert werden.

Wie breit muss eine Rollstuhlrampe sein?

Mindestens 120 cm nutzbare Breite nach DIN 18040-1. Im Privatbereich reichen 100 cm. Für Elektrorollstühle sollten es mindestens 110 cm sein.

Was ist besser: Rampe oder Hublift?

Bis 50 cm Höhenunterschied ist eine Rampe fast immer günstiger und einfacher. Ab 50 cm Höhe lohnt sich der Vergleich: Ein Hublift braucht deutlich weniger Platz, kostet aber ab 5.000 Euro. Bei sehr wenig Platz am Hauseingang ist der Hublift oft die einzige Lösung.

Nächste Schritte

  1. Messen Sie den Höhenunterschied an der Stelle, wo Sie eine Rampe brauchen
  2. Prüfen Sie mit unserem Förder-Ratgeber, welche Zuschüsse Ihnen zustehen
  3. Lesen Sie die Checkliste für barrierefreie Bäder — oft gibt es im Bad weiteren Handlungsbedarf
  4. Finden Sie spezialisierte Fachbetriebe in Ihrer Nähe und holen Sie Vergleichsangebote ein

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